Über die Grenze von Singapur nach Malaysia: Eine Busfahrt mit Folgen

Ich bin Anni und liebe das Reisen und meine Golden-Retriever-Hündin Maja

Juhuu, die Reise geht weiter! Im April 2015 hatten wir uns ein ganz schönes Pensum aufgeladen: Stop-Over in Dubai, Singapur in 2 Tagen und nun: Malaysia mit Vortrag an der Universität. Bis nach Kuala Lumpur ist es aber noch ein weiter Weg, zuvor müssen wir über die Grenze von Singapur nach Malaysia. Dabei sind uns gleich zwei Dinge abhanden gekommen. Aber eines nach dem anderen.

8.00 Uhr: Frühstück mit Nudelgeruch

Wir haben ein günstiges Hotel in Singapur mit Rooftop-Pool gebucht und sind eigentlich mehr als glücklich. Doch dann weht uns beim Frühstück so ein heftiger Nudel-Fett-Geruch um die Nase, dass auch der Rest des Frühstücks nicht mehr zu genießen ist. Aber: Andere Länder, andere Sitten, Menschen haben verschiedene Geschmäcker und das ist auch gut so.

Wir machen uns trotzdem lieber schnell auf den Weg: Heute geht es weiter! Mit dem Bus über die Grenze von Singapur nach Malaysia. Wieder ein neues Land, wie aufregend. Was wir aber erst einmal nicht finden: Den Abfahrtsort des Busses. Hmm, so wirklich helfen kann uns auch niemand und so irren wir ratlos durch die Gegend um die Bugis Junction herum und sind  nach einer halben Stunde laufen total durchgeschwitzt. Singapur ist eben vor allem eines: heiß. Den Bus schaffen wir noch so gerade, als wir ihn endlich finden.

8:45 Uhr: Über die Grenze von Singapur nach Malaysia: Eine Busfahrt mit Folgen

Endlich sitzen wir im Bus. Es ist voll, viele Singapurianer fahren tagtäglich über die Grenze, um zu arbeiten, Freunde zu besuchen oder günstig in der Grenzstadt Johor Bahru einzukaufen. Aber der Bus ist halbwegs klimatisiert und wir genießen es, Singapurs Landschaft auch außerhalb der Touristenzentren an uns vorbeifahren zu sehen. Nach ca. einer Stunde kommen wir am Grenzübergang an, müssen aber mitsamt den Koffern aus dem Bus aussteigen. Wir müssen in ein Glasfenster-Gebäude, das im zweiten Stockwerk oberhalb der ZOB-ähnlichen Busanlage liegt, um offiziell aus Singapur auszureisen. Hier werden wir nicht gescannt, etwas aus dem Land rauszuschaffen, scheint kein Problem zu sein. Man bekommt einen Zettel in seinen Pass, den man bei Wiedereinreise unbedingt vorzeigen muss. Nicht so optimal für mich, da ich immer alles vertüddel.

Wir müssen wieder in den Bus einsteigen und bis zur nächsten Kontrolle bzw. zur Einreise nach Malaysia fahren. Und hier wartet das nächste Problem auf uns: Ich habe keine Fingerabdrücke! Egal, wie oft ich meine Finger auf das Lesegerät lege, es erkennt sie nicht, auch nicht, als die Grenzbeamtin mir die Finger auf dem Gerät platt drückt. Und nun? Bei allen anderen funktioniert es und keiner weiß so recht, was er mit der Frau ohne Fingerabdrücke machen soll. Als keiner guckt, drückt mir die Beamtin meinen Reisepass in die Hand und winkt mich schnell durch. Ich liebe Übersprungshandlungen.

Als wir wieder unten ankommen und auf den Bus warten, fällt meinem Freund plötzlich auf, dass er sein Handy nicht mehr in der Hosentasche hat. Das ist auch der Grund, warum der Artikel bis hierhin relativ bildlos ist. Ob geklaut oder aus der Hosentasche gefallen: Wir wissen es nicht. Dieser Grenzübergang ist teuer für uns und vor allem richtig, richtig unpraktisch. In wenigen Tagen nehme ich an einer Konferenz an der Putra Malaysia Universität in Kuala Lumpur teil. Da mein Freund derjenige mit dem internationalen Führerschein ist und nicht mit zur Konferenz kommt, soll er mich hinfahren und abholen. Ohne Handy klappt es natürlich super mit der Abstimmung. Nicht.

Etwas genervt warten wir nun zum dritten Mal auf den Bus und stehen am falschen Steig. Malaysier sind aber freundliche Menschen und so werden wir zum richtigen Abfahrtsort geführt und können nach 45 Minuten endlich den letzten Bus besteigen. Wir also wieder in den Bus, dieses Mal mit einem Handy weniger, und ab zur Bahnstation in der Grenzstadt Johor Bahru. Wir steigen wieder um, dieses Mal in ein Taxi, das uns zum Senai Airport, wo unser Mietwagen für die nächsten 10 Tage auf uns wartet, bringen soll. Leider sind wir eine Stunde zu spät. Glücklicherweise klappt dennoch alles und wir treffen die Entscheidung, die uns bei dieser Reise das Leben retten wird: Wir buchen ein Navi dazu.

Reiten in Kuala Lumpur
Unsere Fahrt mit „kleinem“ Umweg.

Wir haben für 14.00 Uhr einen Reitausflug in einem britisch-kolonialen Anwesen irgendwo zwischen Johor Bahru und Kuala Lumpur gebucht. Wir fahren auf die satt-grüne Ranch, sehen Pferde grasen, ein riesiges weißes Haus im Kolonialstil und einen Cowboy (australisch, wie wir später herausfinden) auf der Veranda im Schaukelstuhl sitzen.

Reiten in Kuala Lumpur

Leider sind wir jetzt auch dafür eine Stunde zu spät und dass wir uns verfahren, macht es nicht besser. Auf unserem Navi sieht man unten den Flughafen, wo wir unseren Mietwagen abgeholt haben sowie unser Ziel. Der violette Weg ist der „kleine“ Umweg, den wir gefahren sind. Aber was solls, neues Land, Linksverkehr, sowieso zu spät, Aufregung. Da kann so etwas schon mal passieren. Doof nur, dass die Menschen in Malaysia zwei deutsche Eigenschaften ebenfalls stark verinnerlicht haben: Sie sind absolut gründlich und legen viel Wert auf Pünktlichkeit. Wir lassen uns also erzählen, dass das alles so nicht geht und wie wichtig Pünktlichkeit ist und fühlen uns fast schon etwas heimisch.

Das ist aber noch nicht alles: Als wir unser Auto abschließen, betätigen wir ausversehen die Alarmanlage. Um sie auszustellen, müssen wir erst einmal das Handbuch lesen. Zum Glück gibt es eins. Es lebe die malaysische Gründlichkeit. Jetzt sind wir allerdings noch später dran. Gebucht haben wir den geräumigen Mietwagen in Malaysia übrigens über www.billiger-mietwagen.de.

Mietwagen in Kuala Lumpur
Unser schicker und geräumiger Mietwagen für die Malaysia-Rundreise.

16.00 Uhr: Endlich reiten durch Palmenwälder

Wir dürfen nun doch reiten gehen. Etwas später als geplant, aber wir dürfen. Ich habe uns als Fortgeschrittene eingestuft. Auf Teneriffa war es dem Reitlehrer schließlich egal, was wir schon konnten und so sind wir im Trab die Berge hoch und runter, zwar mehr schlecht als recht, aber wir sind oben drauf geblieben. Der malaysische Reitlehrer sieht das leider nicht so locker und so werden wir auf „Anfänger“ zurückgestuft. Bei dieser Landschaft macht es uns aber auch überhaupt nichts aus, langsam und im Schritt alles einzuatmen und zu genießen. Auf den Palmen hangeln sich Affen entlang. Es fehlt nur noch, dass sie uns mit Kokosnüssen bewerfen. Wir reiten in Malaysia übrigens in der Riders Lodge in Sedenak Johor, nahe der Autobahn auf dem Weg von Johor Bahru nach Kuala Lumpur.

Reiten in Kuala Lumpur
Wir reiten durch einen wunderschönen Palmenwald.

Ganz am Anfang wird uns gesagt: Ihr könnt alles machen, aber ihr dürft nicht vom Weg abkommen. Als das Pferd von meinem Freund gleich zu Beginn einen ganzen Baum ummäht, nehmen wir das Prädikat „Anfänger“ gerne wieder an.

Reiten in Kuala LumpurReiten in Kuala Lumpur

Unser Reitführer, ein junger Malaye, ist glücklichweise ein kleiner Rebell und so dürfen wir die letzten Meter im wackeligen Trab zurücklegen. Er möchte schnell zurück, denn wir sind spät dran und wie jeden Nachmittag an der Westküste von Malaysia gibt es gleich ein kurzes, aber heftiges Gewitter. 

Bis dahin sind wir aber wieder sicher bei den Ställen angekommen. Der Ausflug hat mega Spaß gemacht und trotz einiger Pannen ist der Tag einfach wunderschön. Pannen gehören einfach zum Reisen dazu und im Nachhinein sind sie eher lustig als ärgerlich. Wir sind die Dinge, die wir erleben und wenn es danach geht, sind wir eine ganze Menge.

Das Reiten ist für mich auf Reisen immer ein ganz besonderes Highlight. Da ich als Kind nie geritten bin und es auch nicht wirklich kann, ist es für mich fast schon ein Urlaubsritual mindestens einmal in jedem Land auf dem Rücken der Pferde zu sein.

Wart ihr schon einmal auf Reisen reiten?

Im nächsten Beitrag geht die Reise weiter: Im Gewitter fahren wir weiter nach Kuala Lumpur, beziehen unser luxuriöses Riesen-Hotel mit Rolltreppe und ich nehme an der „Intercultural Communication“-Konferenz an der University Putra Malaysia teil. Was für eine Erfahrung, in einer malaysischen Universität einen Vortrag zu halten! Echt spannend.

Bis dahin liebe Grüße

Anni

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